AUSGANGSLAGE Das Haus Birke, ein ehemaliges Herrschaftshaus mit verschiedenen Nebengebäuden und grossem Umschwung, steht nahe dem Ortskern Arlesheim, an gut besonnter und ruhiger Lage mit Fernsicht in die Täler der Birs und des Birsig. Seit 1975 dient das Hauptgebäude dem Sonnenhof als Wohnheim für bewegliche und nicht pflegebedürftige, herangewachsene betreute Kinder. Inzwischen ist die Wohngruppe älter geworden und es ist absehbar, dass die eine oder andere Person Pflegeleistungen beanspruchen wird. Diesen Bedürfnissen soll ein räumliches Umfeld angeboten werden, welches sicher stellt, dass die Wohngemeinschaft beieinander bleiben kann: so soll der Gemeinschaftsraum des Neubaus den Bewohnern beider Häuser Platz bieten. Weiter soll die zu erwartende Pflegearbeit funktionell erleichtert werden. Dies insbesondere, um Zeit für die betreuten Personen zu gewinnen.
Studienauftrag Sonnenhof Arlesheim, 2007
AUFGABENSTELLUNG Vorgegeben ist ein zwischen Privat- und Gemeinschaftsräumen gut ausbalanciertes Raum-programm. Es gilt, die Richtlinien der IV und insbesondere die Rollstuhlgängigkeit zu beachten. So sind die Einzelzimmer und Nasszellen auf einer Ebene anzuordnen, Küche und Gemeinschaftsraum sind funktionell zugeordnet. Es werden bestimmte Baufelder ausgewiesen und hinsichtlich der Bebaubarkeit bewertet. Die Erschliessung vom Bannhübel her ist zwingend vorgegeben. Die Aussicht des Hauptge-bäudes ist zu respektieren.
Modell
Studienauftrag Sonnenhof Arlesheim, 2007
DIE ANALYSE DES ORTES
Das Raumprogramm generiert ein Gebäudevolumen, welches mit jenem des Haupt-gebäudes vergleichbar ist. Wird dieses theoretische Volumen einem der Baufelder zugeordnet, ergibt sich eine deutliche Konkurrenzierung des Hauptgebäudes: die Aus-strahlung und der Charme des ehemaligen Herrschaftshauses, wie auch die Grosszügigkeit der Gartenanlagen erfahren eine erhebliche Beeinträchtigung. Diese Aussage wurde bei der Entwicklung des Projektes überprüft, durch entsprechende Volumenmodelle kontrolliert und bestätigt. Ein allenfalls denkbarer Lösungsansatz mit einem zweigeschossigen Baukörper im Baufeld 5 führt zu einer unbefriedigenden Nordwest-Orientierung der Räume im Hang-geschoss. Zudem konkurrenziert die talseitige Fassadenhöhe von ca. 6 m das Volumen des Hauptgebäudes erheblich. Der Ansatz wurde daher nicht weiterverfolgt.
Visiualisierung
Studienauftrag Sonnenhof Arlesheim, 2007
PROJEKTIDEE Das Volumen des Neubaus wird entsprechend den verschiedenen Nutzungen und Bezügen zur Umgebung deutlich strukturiert: Die Gemeinschaftsräume – in einem hellen Pavillon angeordnet - nehmen Bezug auf den Aussenbereich vor dem Haupthaus. Dieser wird zum gemeinsamen Ort beider Häuser für gesellschaftliche Anlässe vom Frühling bis zum Herbst. Die weitgehend offenen Fassaden lassen die Bewohner die Sonne und die Atmosphäre der Gartenanlage den ganzen Tag über erleben. Das Untergeschoss, über eine bequeme Treppe und einen Lift gut erreichbar, tritt optisch vom Haupthaus her nicht in Erscheinung. Das begehbare Dach erweitert die Terrasse. So bleibt die Aussicht ungestört und die Balance der Bauvolumina – Hauptgebäude / Nebengebäude - wird respektiert. Die Einzelzimmer des Untergeschosses öffnen sich gegen Südwesten und die Gemüsegärten im südlichen Teil der Gartenanlage. Der breite Erschliessungsgang und das Pflegebad werden durch zenitales Licht natürlich beleuchtet. Hangseitig bleibt Raum für einen grosszügigen Keller. Optional ist eine direkte unterirdische Verbindung zu den Kellern des Hauptgebäudes möglich.