DIE IDEE Es geht uns primär um die Identifikation der Besucher und der Bewohner mit «ihrer» Stadt: das klingt abstrakt, doch ist diese Identifikation Voraussetzung für die Wohnlichkeit, die kulturelle und die wirtschaftliche Entwicklung. Identifikation entsteht durch die positive Sicht der Bewohner, der Arbeitenden und Besucher, durch Kommunikation insbesondere persönliche Kommunikation: das ist Stadt. Damit dies passiert, sich entfacht, ist Raum, öffentlicher Raum nötig, qualitativer Stadtraum. Basel verfügt über solche Räume höchster Qualität - leider sind sie verstellt mit abgestellten Autos und zerschnitten durch zirkulierenden Suchverkehr. Um diesen öffentlichen Raum zu aktivieren, schlagen wir vor, den ruhenden Verkehr in den Untergrund zu verlegen und damit zugleich den Parksuchverkehr zu eliminieren. Der notwendige Zubringerverkehr lässt sich auf begrenzte Zeitabschnitte reduzieren. So werden Freie Strasse, Rittergasse und St. Alban-Vorstadt wieder zu wertvollen Stadträumen mit hoher Attraktivität für Bewohner, Arbeitende und Besucher.
DER NAME Der Name bezieht sich auf den Ort, die unmittelbare Nähe des Picassoplatzes. Er soll zugleich signalisieren, dass das Parking in bequemer Gehdistanz zahlreicher Museen liegt, die Besucher von weit her anziehen: Kunstmuseum, Karikaturmuseum,Museum für Gegenwartskunst, Antikenmuseum, Museum der Kulturen, Naturhistorisches Museum, Musikmuseum, Kirschgartenmuseum, Historisches Museum, Museum für Gestaltung, Puppenhausmuseum etc.
DAS PROJEKT Das projektierte Gebäude liegt zwischen Kunstmuseum und alter Börse unter der Dufourstrasse. Es hat eine Länge von 170 m, eine Breite von 16 bis max. 32 m und bietet auf 3 Parkdecks Raum für 291 PW: 175 hiervon dienen der Kompensation wegfallender Parkplätze im öffentlichen Strassenraum. Schlagen wir vom projektierten Ausgang in unmittelbarer Nähe zum Kunstmuseum einen Kreis mit 400 m Radius – einer bequemen Fussgängerdistanz – so erreichen wir Münster- und Barfüsserplatz, die gesamte Aeschenvorstadt sowie die Freie Strasse bis zum Pfluggässlein und im Norden einen erheblichen Teil der St. Alban-Vorstadt. Der 400 m Zirkel des Storchenparkings tangieren jenes des Picassoparkings – somit liegt die gesamte Freie Strasse innerhalb der 400 m Gehdistanz. Generell werden in das Projekt die Erfahrungen des von uns geplanten und realisierten Centralbahnparkings einfliessen, wobei es gilt, die ortsspezifischen Vorgaben (z.B. Sicherheitsbedürfnisse des Kunstmuseums) zu berücksichtigen.
STÄDTEBAU Die Überlagerung des Stadtplans mit dem Schwarzplan führt bei der Analyse der städtebaulichen Situation im Raum Aeschen zum Schluss, dass die scheinbare Linearität der Dufourstrasse in Wirklichkeit ein oszillierender Stadtraum ist, der am St. Alban-Graben und am Picassoplatz zwei ausgedehnte Volumen bildet. Der geplante Erweiterungsbau des Kunstmuseums wird auf der Seite des St. Alban-Grabens einen beträchtlichen - ursprünglich zur Verfügung stehenden - Raum beanspruchen, was uns zwingt, im Bereich Dufourstrasse 11 und Picassoplatz 5 auf Privatgrund auszuweichen. Zur Absicherung des geplanten Parkings wurden in gutem Einvernehmen mit beiden Grundeigentümern bereits Zustimmungserklärungen unterzeichnet. Somit ist die Erweiterung des öffentlichen Perimeters auf zwei private Areale gesichert. Auch der geplante Ausgang zum Kunstmuseum wird auf Privatgrund geplant, sodass der öffentliche Raum an der Oberfläche minimal beansprucht wird.
ARCHITEKTUR An beiden Enden sind Vollrampen so um Lichthöfe mit Lichtdecken gelegt, dass zenitales Licht bis ins unterste Geschoss vordringt und den Personenstrom automatisch zu den diametral angeordneten Aufgängen am Picassoplatz und beim Kunstmuseum leitet. Die geneigten Rampen sind durch horizontale, lineare zweiseitige Parkflächen verbunden. Im Strassenraum nehmen sich die glasig-kristallinen Aufgänge optisch zurück, wobei der Aufgang am Picassoplatz klar in Richtung Brunngässlein/Aeschenvorstadt orientiert ist und somit der „verlängerten Freie Strasse“ optimalen Kundenzulauf bietet. Der Ausgang beim Kunstmuseum lenkt den Blick des Benutzers gegen Museum und St. Alban-Graben wodurch eine klare Orientierung gewährleistet ist. Die Struktur der Decken und Rampen ist so ausgelegt, dass maximale Spannweiten von 16m nicht überschritten werden. So sind die gesamten Parkflächen stützenfrei ausgebildet. Gepaart mit der gemäss Komfortstufe B angelegten Parkfeldbreite von 2.5 m und der klaren Lichtführung wird bezüglich Komfort und Sicherheit höchster Standard angeboten. Die Vollrampen mit einer Neigung von ca. 4.5% integrieren auf der gesamten Erschliessungsfläche Parkfelder. Somit entfallen die üblichen Rampentürme.
DER PICASSOPLATZ Mit dem Bau des neuen Picassoparkings erhält der Bereich Dufourstrasse vom Kunstmuseum bis hin zur alten Börse die Chance einer Neuordnung des Freiraumes und des bestehenden Strassennetzes. Die folgenden sehr gegensätzlichen Varianten der Neugestaltung möchten Möglichkeiten aufzeigen, diesem wichtigen Stadtraum ein neues Gesicht zu geben. Die Bedeutung des Picassoplatzes als Knotenpunkt des motorisierten wie auch des Langsamverkehrs wird in allen Varianten respektiert. Im Bereich der Tramhaltestelle Kunstmuseum wie auch im weiteren Verlauf der Dufourstrasse bis hin zum Aeschenplatz werden – als gemeinsame Grundlage der nachfolgenden Gestaltungsvarianten – folgende Massnahmen vorgeschlagen: Die PW - Spur auf der Höhe Eingang Kunstmuseum wird mit dem Tramgleis Richtung Wettsteinbrücke zusammengeführt. Es entsteht eine Kapp-Haltestelle, die den Tramfahrgästen im Vergleich zur heutigen Situation ein erhöhtes Mass an Sicherheit bietet und zugleich dem Eingang des Kunstmuseums einen grosszügigeren Auftritt verleiht. Im Verlauf der Dufourstrasse in Richtung Aeschenplatz wird am Kreuzungspunkt Brunngässlein / Dufourstrasse das bestehende Zweispursystem neu geordnet. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, aus dem Brunngässlein in Richtung Aeschenplatz links abzubiegen. Neu entsteht - ab Ausfahrt Picassoparking in der Dufourstrasse 40 - eine Gegenspur in Richtung Kunstmuseum. Diese Fahrspur wird im Mischsystem mit dem Fussgängerverkehr geführt. Diese Neuordnung und Begrünung des Strassenraumes wertet einerseits den Freiraumes der Passanten auf, andererseits bietet sie den Nutzern des Picassoparkings, neben der Ausfahrt Richtung Aeschenplatz, die direkte Ausfahrt in Richtung Wettsteinbrücke. Die Neugestaltung des Picassoplatzes sieht einen Baumhain aus Linden und rot blühenden Kastanien vor, der in seiner Dichte variiert und sich über den gesamten Platz zieht. Die Querung des Platzes erfolgt dabei im Wechsel von Lichtung und Schatten. Die bestehenden Bäume werden in die Planung integriert. Lediglich kranke Arten auf Seite der Nationale Suisse müssen durch Neupflanzungen ersetzt werden. Die Aufspaltung des Strassenraumes der Lautengartenstrasse zur Dufourstrasse wird aufgehoben und der Anschluss an die Dufourstrasse erfolgt direkt. Vor dem Barth-Haus und dem Baloisegebäude entstehen zwei grosszügige neue Freiräume, in die der verbindende Baumhain über die Dufourstrasse hinweg vordringt.
VERKEHR EXTERN Über die bestehende, zweispurige Rampe der Baloise an der Lautengartenstrasse führt die Einfahrt den Verkehr ins 1. UG. Ein Geschoss darunter führt die Ausfahrtsrampe unterirdisch in die Liegenschaft Dufourstrasse 40 und mündet in die bereits bestehende Ausfahrt in die Dufourstrasse. Durch eine Anpassung der Verkehrsführung wird das Abbiegen in Richtung Wettsteinbrücke möglich.
INTERN Nach der Einfahrt ins 1. UG schlauft sich der Verkehr über die Vollrampe um den Hof beim Kunstmuseum ins 2. UG und läuft dort in gegengesetzter Richtung zurück zur Vollrampe am Picassoplatz, wo dem Benutzer die Wahl über die Abfahrt ins 3. UG, die Auffahrt zurück ins 1. UG oder die Ausfahrt, offen steht. Um den Kreislauf zu schliessen wird die Schlaufe im 3. UG geschlossen. Der durchgehende Einbahn-Verkehr erlaubt jeweils an den Vollrampen die Wahl der Ab- oder Auffahrt. Der Verkehrsfluss wird automatisch an allen Parkfeldern vorbeigeführt. Somit entsteht kein Suchverkehr. Das Parking ist modular so aufgebaut, dass Ebenen entfernt, oder weitere Ebenen eingefügt werden könnten. So ist ohne konzeptionelle Änderungen eine variable Parkfeldanzahl realisierbar. Diese Stärke zeichnete sich in den vergangenen Jahren aus, indem das vorliegende Konzept immer an die stark geänderten Ausgangssituationen angepasst werden konnte.
DER ERFOLG Das Gebäude ist (nur) 170 m lang: alles ist überschaubar. Übersichtlichkeit und Transparenz garantieren Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Die Simulation des Tageslichtes in den Rampenhöfen sowie die direkte Führung des Tageslichtes durch die Glaslifte bis in die untersten Stockwerke, geben den Besuchenden eine optimale Orientierung und verstärken das Sicherheitsgefühl.